Published On: 2022-06-18|Last Updated: 2024-03-25|
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Hinweis: Die Beiträge dieser Seite dienen nur der allgemeinen Information und erheben nicht den Anspruch, einen therapeutischen oder ärztlichen Rat zu ersetzen.

Embodiment Übungen – Körper und Seele wieder vereinen

Wir alle haben bereits mehr oder weniger bewusst erlebt, dass unser Körper unsere Emotionen widerspiegelt. Es funktioniert aber auch in die andere Richtung. So nimmt unsere Körperhaltung permanent Einfluss auf unsere Psyche und unser allgemeines Wohlbefinden. Erfahre, warum eine bewusste Körperwahrnehmung und Körperhaltung wichtig ist und mit welchen Embodiment Übungen Du deine Stimmung positiv beeinflussen kannst!

Embodiment Übungen Körper und Seele wieder vereint

Was Worte verschweigen, verrät der Körper

Sind wir traurig oder niedergeschlagen lassen wir den Kopf hängen, unser Körper und unsere Haltung sind eingesackt. Die Körperhaltung kann lustlos nach vorne gebeugt sein, die Bauch- und Brustmuskulatur wird zusammengezogen, das Atmen somit erschwert.

Auch bei Angst zieht sich unser Körper zusammen, unser Muskeltonus wird erhöht und unser Atem flacher und kürzer. Finden keine Ausgleichsbewegungen statt, die unseren Körper wieder öffnen und entspannen, können sich schlechte Körperhaltung und Muskelverspannungen dauerhaft bemerkbar machen.

Sind wir hingegen glücklich und in guter Stimmung öffnen sich Brust und Körper, unsere Körperhaltung wird aufrechter, der Atem tiefer und wir tragen ein Lächeln im Gesicht.

Erfahrungen, Stimmung und die Art der Gedanken beeinflussen also unseren Körper.

Befinden wir uns nun dauerhaft in ängstlichen, depressiven Stimmungen oder erfahren traumatische Erlebnisse, kann sich auch die damit zusammenhängende Körperhaltung dauerhaft manifestieren und sich langfristig negativ auf unsere Psyche auswirken.

Die Wechselwirkung verläuft in beide Richtungen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch die bewusste Arbeit mit unserem Körper und das bewusste Erkennen der Zusammenhänge zwischen Körper und Geist dazu beitragen können, Stimmung und Wohlbefinden wieder positiv zu regulieren!

Embodiment im Fokus der Wissenschaft

Embodiment gewinnt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wissenschaft immer mehr an Bedeutung. Wissenschaftlich beschäftigen sich unterschiedliche Disziplinen mit dem Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche.

Die Frage, nach dem Zusammenspiel zwischen “Körper” (Materie, Gehirn) und Seele (Psyche, Denken), versucht die Philosophie seit Jahrhunderten zu beantworten.

Embodiment ist ein gänzlich neues Konzept wie Körper und Psyche zusammenhängen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass psychische und mentale Prozesse immer auch körperlich eingebettet sind. Körper und Geist bilden ein Gesamtsystem. Die lange vorherrschende Dominanz des Geistes über den Körper wird damit aufgebrochen.

Besonders deutlich wird dies auch in der klinischen Psychologie und Therapie. Im Rahmen von klassischen Verhaltens- und Tiefenpsychologischen Behandlungen, haben körperliche Prozesse bisher wenig Beachtung gefunden. Stattdessen standen Prozesse des Denkens und Wahrnehmens im Mittelpunkt.

Mittlerweile werden Körpertherapien und Entspannungstechniken wie Yoga, Thai-Chi, Feldenkrais, Rolfing sowie körperorientierte Achtsamkeit und Meditation zunehmend nachgefragt und als ergänzende Therapiemaßnahmen in Betracht gezogen.

Mit Embodiment Übungen zu besserer Stimmung und mehr Resilienz

Um die Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche zu erkennen und positiv zu nutzen, ist ein gutes Körpergefühl bzw. ein achtsamer Umgang mit unserem Körper nötig.

Ziel ist es nicht nur durch das bewusste Einnehmen einer Körperhaltung eine bessere Stimmung zu erzeugen. Durch regelmäßiges Trainieren der Körperwahrnehmung können auch bereits bestehende Fehlhaltungen erkannt und ausgeglichen werden. Eine ausgeglichene und aufrechte Körperhaltung schenkt mehr Selbstvertrauen im Alltag und lässt uns anderen gegenüber präsent und offen erscheinen. Ein Lächeln schenkt uns mehr Freude und innere Zufriedenheit.

Beobachte dich selbst in deinem Alltag. Welche Körperhaltung, Mimik oder Gestik nimmst Du in welchen Situationen ein? Achte nicht nur auf die offensichtlichen Bewegungen, sondern auch auf kleine, subtile Veränderungen in deiner Körpersprache und Bewegung.

Die folgenden Embodiment Übungen können dir helfen, mehr Körperbewusstsein in deinen Alltag zu integrieren.

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Embodiment Übung 1: Körperwahrnehmung durch Achtsamkeit stärken

Achtsamkeit und Meditationsübungen lenken unsere Wahrnehmung bewusst auf den gegenwärtigen Moment. Ziel dabei ist immer das Erreichen von mehr innerer Ruhe und Klarheit. Auch soziale Beziehungen können durch das Praktizieren von Achtsamkeit deutlich verbessert werden.

In der westlichen Welt wurde Achtsamkeit von Jon Kabat-Zinn in den 70er Jahren eingeführt und weiterentwickelt. Das von Kabat-Zinn entwickelte MBSR-Programm (Mindfulness-Based Stress Reduction) findet heute globale Anwendung und wird zunehmend auch von der Schulmedizin zur Unterstützung in der Behandlung von körperlichen und psychischen Beschwerden eingesetzt.

Im normalen Alltag nehmen wir unseren Körper häufig gar nicht richtig wahr oder erst dann, wenn erste Beschwerden und Schmerzen eintreten.

Bei Übungen zur Stärkung des Körperbewusstsein und der Körperwahrnehmung wird die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Körperregionen gelegt. Ziel ist es, den Körper in all seinen Facetten und Zuständen wahrzunehmen. Mögliche Beschwerden, Verspannungen oder Fehlhaltungen können auf diese Weise frühzeitig erkannt und behoben werden.

Eine gute Einstiegsübung in die körperorientierte Achtsamkeit ist der Bodyscan. Wie der Name es beschreibt, wird bei dieser Übung der gesamte Körper schrittweise gescannt. Jede Körperregion und ihre jeweiligen Zustände (Anspannung, Entspannung, Schmerz, Kribbeln, Temperatur) werden bewusst und so umfangreich wie möglich wahrgenommen. Starte bei deinen Zehen und gelange über die Beine zur Hüfte, über den Rumpf und die Arme bis zum Kopf.

Der Bodyscan wir in der Regel im Liegen oder Sitzen durchgeführt. Achtsamkeit bedeutet aber keineswegs nur Stillsitzen. Auch achtsames Gehen (und jede andere Form von Bewegung) bietet immer die Möglichkeit bewusst im Hier und Jetzt zu sein, innezuhalten und den Körper vollkommen wahrzunehmen.

Gibt es eine Strecke, die sich jeden Tag in deinem Alltag wiederholt? Der Weg zur Arbeit? Der Gang zum Bäcker? Nutze sie für eine kleine Achtsamkeitsübung und spüre in dich hinein!

Embodiment Übung 2: Facial Feedback – Mit Gesichtsmimik die Stimmung beeinflussen

Die meisten Menschen verbringen einen hohen Anteil des Tages mit dem Blick nach unten auf das Handy. Augen, Kopf- und Körperhaltung sind dabei gesenkt, die Halsmuskulatur verkürzt und der Nacken angespannt. Körpersignale, die alles andere als eine positive und offene Stimmung implizieren.

In unserem Gesicht befinden sich zahlreiche Muskeln, die wie keine anderen Muskeln im Körper unsere Stimmung und Emotionen widerspiegeln. Reaktionen wie das Lachen, Weinen oder Angst spielen sich gleichzeitig in den sensiblen Muskeln von Gesicht, Hals und Rumpf ab.

Wissenschaftlich existieren mittlerweile zahlreiche Untersuchungen die belegen, dass das bewusste Einnehmen eines Gesichtsausdrucks (z. B. ein Lächeln) auch die gewünschte Emotion hervorrufen und tatsächlich empfunden werden kann (Facial Feedback).

Genau wie andere Muskeln in unserem Körper verspannen, können auch unsere Gesichtsmuskeln verkürzen und chronisch überfordert sein. So entsteht auch die berühmte Zornesfalte durch ein ständiges und dauerhaftes Anspannen der Corrugator-Muskeln, die unsere Augenbrauen runzeln und zusammenziehen.

Face-Yoga und das Behandeln von Faszien im Gesicht sind nicht nur wunderbar natürliche Anti-Aging-Methoden, sondern können auch helfen, dass Bewusstsein für unsere Gesichtsmuskulatur zu schärfen und somit positiv auf unsere Stimmung einzuwirken.

Embodiment Übung 3: Progessive Muskelentspannung (PMR)

Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelrelaxion nach Jacobsen eignen sich wunderbar, um die Körperwahrnehmung zu stärken und Alltagsstress zu reduzieren.

Jacobsen machte die Entdeckung, dass sich Entspannungszustände besser einstellen, wenn unterschiedliche Muskelgruppen zunächst angespannt und anschließend langsam wieder losgelassen werden.

Sind Muskeln hingegen stressbedingt dauerhaft angespannt, kann dies zu chronischen Leiden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Verdauungsproblemen führen.

Mit PMR kannst Du lernen, Spannungszustände in deinem Körper zu erkennen und systematischen wieder loszulassen. Stelle sicher, dass Du die Übungen richtig ausführst, und lasse dich von einem professionellen Trainer begleiten.

Führe die Übung an deinem persönlichen Wohlfühlplatz durch. Du kannst liegen oder dich entspannt hinsetzen. Ähnlich wie beim Bodyscan kannst Du nun durch deinen Körper wandern und die einzelnen Muskeln zunächst für einige Sekunden anspannen. Schmerzen sollten dabei auf keinen Fall auftreten!

Anschließend lässt du die Anspannung langsam wieder los, bis die Muskeln wieder vollkommen entspannt sind. Spüre nach und versuche den Entspannungszustand so bewusst wie möglich wahrzunehmen.

Darüber hinaus kannst Du auch bewusst deinen Atem nutzen und in die Übung integrieren. Versuche während der Muskelanspannung einzuatmen und lasse die Anspannung mit der Ausatmung wieder los.

Alternativ zur Progressiven Muskelrelaxion kannst Du auch andere Entspannungstechniken wie Yoga, Pilates, Rolfing oder Neurogenes Zittern ausprobieren, um dein Bewusstsein für das Zusammenspiel von Körper und Geist zu schärfen.

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